Katzen kastrieren - Vorteile und Notwendigkeit einer Kastration

Hast Du Katzenbabys oder einen kleinen Kater, der neu bei Dir eingezogen ist? Ist dieser Kater denn bereits kastriert, oder möchtest Du Dich zunächst darüber informieren, welche Vorteile eine Kastration mit sich bringt?
Dann bist Du hier genau richtig! Wir zeigen Dir in diesem Artikel die Vorteile sowie die Notwendigkeit für die Kastration auf. Was Du nach einer erfolgten Kastration beachten solltest, kannst Du in diesem Artikel nachlesen: Kater kastrieren - Verhaltenstipps wenn Deine Katze aufwacht. Nach dem Eingriff sollte die Katze außerdem etwa 10 Tage lang nicht gebadet werden, damit die Wunde in Ruhe heilen kann – mehr zum Baden generell liest du im Artikel Katzen baden
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kastrierte Kater markieren kaum noch mit Harn, sofern früh kastriert wurde.
- Kastrierte Tiere sind ruhiger und menschenbezogener, Rolligkeit entfällt.
- Die Lebenserwartung ist laut Artikel etwa doppelt so hoch, besonders bei Freigängern.
- Der beste Zeitpunkt ist das junge Katzenalter, in jedem Fall vor dem ersten Freigang.
- Vor der OP muss die Katze 8 Stunden nüchtern sein, danach Futter portionieren, um Übergewicht zu vermeiden.
Problem: Das Harnmarkieren
Ein unkastrierter Kater markiert ab einem bestimmten Alter permanent sein Revier, indem er übelriechenden Harn auf Gegenständen verteilt.
Nach erfolgreicher Kastration der Katze wird dieses Verhalten in den meisten Fällen nicht mehr stattfinden - sofern dieser Eingriff so früh wie möglich durchgeführt wurde und er sich noch nicht an das Markieren gewöhnt hat. (Weitere Informationen findest Du in unserem Artikel: “Katzen markieren - Wenn Katzen unsauber werden”
Stärkere Bindung zu Menschen
Kastrierte Kater werden zudem ruhiger und haben eine höhere Bindung zu dem Menschen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass kleine Fellnasen nicht auf weiterhin putzmunter und aufgeregt durch die Wohnung oder das Haus laufen. Sie entwickeln jedoch tatsächlich eine bessere Bindung und sind ein wenig schmusiger.
Gleichzeitig gehen weniger Aggressionen von ihnen aus. Sie müssen sich seltener “beweisen” und greifen Dich daher nicht einfach so an. Trotzdem kannst Du auch nach der Kastration noch super mit ihnen kämpfen. Besonders Clio kämpft mit uns jeden Tag und schnurrt zugleich. Er genießt diese Einheiten sichtlich!
Auch (weibliche) Katzen können Kastriert werden
Ein logischer Effekt einer kastrierten Katze ist das Ausbleiben der typischen Rolligkeitssymptome.
Vielleicht hast Du schon einmal rollige Katzen in Deiner Nachbarschaft gehört und diese mit kleinen Kindern verwechselt? Es ist tatsächlich so, dass eine rollige Katze wie ein kleines Kind “schreit”.
Eigentlich doch gar nicht verkehrt, wenn das nicht mehr regelmäßig stattfindet, meinst Du nicht?
Eine höhere Lebenserwartung
Eine kastrierte Katze bzw. ein kastrierter Kater besitzt, nicht nur durch die medizinischen Veränderungen, sondern auch durch die Anpassung der Verhaltensweisen, eine etwa doppelt so hohe Lebenserwartung.
Gerade bei Freigängern wird dies deutlich: In der Paarungszeit kann es durchaus vorkommen, dass ein Kater dem Duft der Katzen über mehrere Kilometer folgt. In dieser Zeit fallen viele Kater leider den Autos zum Opfer, da sie Straßen sehr unvorsichtig überqueren.
Auch Revierkämpfe kann man häufig beobachten. Neben einem normalen Territorialverhalten geht es bei diesen Kämpfen häufig auch um die weiblichen Katzen. Wir finden es ganz gut, dass unsere kastrierten Kater von diesen Kämpfen verschont bleiben (weil sie reine Wohnungskatzen bzw. mittlerweile Hauskatzen sind).
Wann sollte man eine Wohnungskatze kastrieren?
Der optimale Zeitpunkt für eine Kastration ist im jungen Katzenalter. Einen vorgeschriebenen Zeitpunkt gibt es hingegen nicht.
Wir finden, Du solltest diesen chirugischen Eingriff auf jeden Fall durchführen, bevor Deine Katze ein Freigänger wird.
Etwa mit beginnender Geschlechtsreife ist es soweit, dass die Kastration durchgeführt werden kann. Weibliche Katzen werden beispielsweise mit etwa 4-5 Monaten rollig. Männliche Kater können ab ca. 6 Monaten kastriert werden.
Am besten ist es, wenn Du mit Deinem Tierarzt einmal über den richtigen Zeitpunkt sprichst, vielleicht sieht er individuelle Themen, die eine frühere oder spätere Kastration notwendig machen. Grundsätzlich gibt es aus medizinischer Sicht keinen Grund dem alten Mythos: “Katzen müssten zunächst einmal trächtig werden, bevor sie kastriert werden” zu folgen. Im Gegenteil ist es sogar so, dass eine Trächtigkeit der Gesundheit Deiner Hauskatze im Zweifel sogar schaden könnte.
Auf die körperliche Entwicklung Deiner Katze hat eine Kastration keinen Einfluss, da diese ausschließlich genetisch bedingt ist.
Wie läuft eine Kastration ab?
Kastrieren ist eine Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird. Vor dem chirugischen Eingriff musst Du darauf achten, dass Deine Wohnungskatzen 8 Stunden vorher absolut nüchtern sein muss, um das Risiko der Narkose so gering wie möglich zu halten.
Bei der Katze werden während der OP die Eierstöcke komplett entfernt. Alternativ kann auch eine zeitlich begrenzte Sterilisation durchgeführt werden, die allerdings regelmäßig aufgefrischt werden muss.
Der Kater verliert bei diesem Eingriff beide Hoden vollständig. Wenn Dich dieser Eingriff und die genau vorgenommenen Tätigkeiten im Detail interessieren, dann frage am besten Deinen Tierarzt einmal danach. Da wir keine Mediziner sind, können wir an dieser Stelle nur von dem Endergebnis berichten.
Die Kosten für eine Kastration variieren zwischen den Tierärzten - selbstverständlich kannst Du die Preise in der jeweiligen Preisliste nachlesen oder vor dem Eingriff erfragen.
Nach der Kastration
Achte in der ersten Zeit nach der Operation besonders darauf, dass Du Deiner Hauskatze nicht zu viel Futter zur Verfügung stellst. Dadurch, dass keine Sexualhormone mehr ausgeschüttet werden und die Wohnungskatzen insgesamt ruhiger werden, ist der Energiebedarf nicht mehr so groß - der Appetit ist jedoch unverändert vorhanden.
Wenn Du hier nicht regulierend eingreifst, kann es zu einer enormen Gewichtszunahme Deiner Hauskatze kommen. Portioniere das Katzenfutter daher so, dass diese etwas weniger zu fressen bekommt, als vorher.
Keine Sorge, Deine Katzen werden sich sehr schnell daran gewöhnen und ihre “schlanke Linie” problemlos beibehalten können.


