Kaufberatung

Kratzbaum für Wohnungskatzen - Wie finde ich den richtigen?

Bastian Behrens Aktualisiert am 26. September 2026 7 Min. Lesezeit
Kratzbaum für Wohnungskatzen - Wie finde ich den richtigen?

Ein Kratzbaum gehört zu einer Wohnung von Katzenbesitzern wie die Eingangstür. Diese meist sehr formschöne Kratzmöglichkeit hat viele Vorteile für Deine Katze aber auch für Dich bzw. Deine übrigen Möbel. Der Kratzbaum ist nicht nur für das Schärfen der Krallen gut, sondern auch Ideal als Schlafplatz, Spielplatz oder einfach als Plätzchen zum Ausruhen geeignet.

Was vielfach vergessen wird, auch das intensive Dehnen und Strecken der Muskulatur kann an einem der Sisalstämme ganz wunderbar durchgeführt werden. Dabei krallen sich unsere Kater möglichst weit oben in der Kratztonne oder den Kratzstämmen fest und ziehen den ganzen oberen Teil ihres Körpers entspannt in die Länge.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Kratzbaum bietet Kratzen, Strecken und Rückzug, je mehr er kann, desto weniger nimmt die Katze Möbel und Tapeten.
  • Das wichtigste Kaufkriterium ist die Stabilität, bei schweren Katzen wie Leo (über 9 kg) besonders.
  • Nimmt die Katze den Baum nicht an, hilft Katzenminze bei der Eingewöhnung.
  • Liegeflächen sammeln Haare, regelmäßig absaugen genügt meist.
  • Getestet haben wir die Trixie-Modelle Juana, Susana und Hugo.

Dieser Vorgang scheint eine gewisse Entspannung mit sich zu bringen - mitunter kommt es vor, dass sie dabei die Augen schließen oder wohlig schnurren.

Kratzbaum als Rückzugsmöglichkeit für Katzen

Es gibt viele verschiedene Arten von Kratzbäumen. Diese unterscheiden sich nicht nur in der Größe oder der Anzahl der vorhandenen Liegeplätze. Nein es gibt Exemplare mit Höhle, ohne Höhle, mit Leitern oder gar einer Kratztonne mit integrierten Höhlen.

Je mehr Deine Katze an diesem Kratzbaum machen kann, desto weniger wird sie sich an die Möbel oder die Tapete heranwagen.

Katzen lieben es nunmal zu klettern und da es in einer Wohnung (meistens) keine Büsche oder Bäume gibt, ist ein Kratzbaum eine gelungene Alternative. Wahrscheinlich wird Dein Vierbeiner Dir eines Tages zeigen, wie toll er / sie klettern können. Oder Du wirst staunend vor dem Kratzbaum stehen und Dich freuen, wie toll das Familienmitglied (oder hoffentlich Deine Familienmitglieder) dort spielt.

Katzenminze ist der Schlüssel für die Eingewöhnung

Jetzt hast Du vielleicht einen richtig schicken Kratzbaum gesorgt, der optisch wunderbar in Deine Wohnung passt, aber Deine Katzen nehmen ihn nicht wirklich an? Das wäre ein bisschen tragisch, oder nicht? Was kann man also tun, um den Fellnasen das neue Katzenzubehör schmackhaft zu machen?

Wenn der Kratzbaum noch sehr neu ist, hat er mitunter noch den mehr oder weniger ausgeprägten Geruch des Materials. Einige Katzen meiden deshalb den Kratzbaum und machen anfangs einen großen Bogen um das stinkende Objekt.

In diesem Fall hilft einerseits ordentliches und regelmäßiges Lüften, sodass der Baum möglichst schnell den Geruch der Wohnung annimmt. Andererseits kannst Du in diesem Fall mit einem besonderen Duft etwas gegenlenken und Deine Katze mit Katzenminze locken. Diesen Geruch lieben viele Katzen extrem stark - aus welchem Grund dies so ist, ist bisher noch nicht feststellbar.

Katzenminze gibt es in vielen verschiedenen Formen, z.B. als Pflanze oder als Spray. Eine reine und gute Qualität ist bei dem Kauf wie immer das oberste Gebot.

Kratzbaum kaufen - In Qualität investieren oder doppelt kaufen

Das beinahe wichtigste Kriterium beim Katzbaum-Kauf ist die Stabilität. Es gibt ein paar Anbieter, die zwar einen günstigen Preis versprechen, dabei aber leider auch dünnere Materialien verarbeiten. Bei kleinen und leichteren Katzen, mag der Kratzbaum einiges verzeihen, sobald Deine  Katzen aber insbesondere in der Liga von Leo unterwegs sind, dann wird ein instabiles Möbelstück relativ schnell zusammenbrechen.

Leo wiegt durch seine schweren Knochen über 9 kg und ist damit ein sehr guter Kratzbaum-Tester.

Schau Dir gerne unsere Erfahrungsberichte zu folgenden Modellen an:

  • Kratzbaum Juana von Trixie
  • Kratzbaum Susana von Trixie
  • Kratzbaum Hugo von Trixie

Ein zu starkes Wackeln des Kratzturms könnte gerade jüngere Katzen stark verunsichern. Gleichzeitig kann ein solches Exemplar auch richtig gefährlich werden. Bei unserem aller ersten Kratzbaum hat Leo es am Ende sogar geachafft, diesen zum Umkippen zu bringen. Glücklicherweise ist nichts passiert und wir haben ihn später an der Wand befestigt. Alle danach getesteten Modelle hatten damit aber keinerlei Probleme. Sie stehen noch immer wie eine eins.

Der optimale Standort des Kratzbaums ist dort, wo sich die Menschen am meisten aufhalten. Katzen mögen die Nähe zu ihren Katzeneltern, möchten (hin und wieder) an Deinem Leben teilhaben und gerne so oft wie möglich in Deiner Nähe sein.

Toll sind hohe Kratzbäume oder andere Liegemöglichkeiten, weil Katzen es lieben, den Überblick über ihr Revier zu haben. Auch ein Liegeplatz am Fenster ist sehr interessant, um die Vielfalt der Vogel und Insekten beobachten zu können.

Warum Katzen überhaupt kratzen

Kratzen gehört zum Katzenverhalten und hat mehrere Gründe. Die Krallen bestehen aus mehreren Schichten: Wird die Spitze stumpf, löst sich die obere Hülle ab, und darunter wächst eine spitze Kralle nach. An einer rauen Fläche streift die Katze die alte Schicht ab. Freigänger erledigen das draußen, Wohnungskatzen brauchen dafür einen Kratzbaum, sonst kommen Sofa oder Tapete an die Reihe.

Dazu kommt, dass Katzen zwischen den Zehenballen Duftdrüsen haben. Mit dem Kratzen hinterlassen sie eine Duftmarke im Revier. Außerdem dehnen sie nach dem Aufwachen ihre Muskeln, und manche kratzen aus Langeweile. Bestrafen bringt nichts, du kannst nur für die richtigen Kratzstellen sorgen.

Wie viele Kratzbäume brauchst du?

Als Faustregel gilt ein Kratzbaum pro Katze, denn er ist auch Schlaf- und Rückzugsplatz. Es hängt aber von der Zahl der Katzen, der Zahl der Räume und Etagen, dem Verhältnis der Katzen zueinander und ihrer Aktivität ab.

Wir hatten früher in der Wohnung nur einen Kratzbaum im Wohnzimmer. Leo und Clio verstehen sich gut und lagen oft gemeinsam darauf. Nach dem Umzug in ein Haus merkten wir schnell, dass im ersten Stock eine Kratzmöglichkeit fehlte: Die beiden begannen, an der weichen Putzwand zu kratzen und sich dabei zu dehnen. Wahrscheinlich waren sie schlicht zu bequem, die Treppe zum Wohnzimmer zu gehen. Unsere Empfehlung ist deshalb, pro Etage mindestens einen Kratzbaum aufzustellen.

Reicht der Platz nur für einen Baum, sollte er groß genug sein, dass zwei Katzen sich auch aus dem Weg gehen können. Modelle bis zur Decke oder mit zwei Stämmen sind dafür geeignet. Bei drei Katzen solltest du zwei Kratzbäume aufstellen, das vermeidet Stress.

Kratzsäule und Kratzwelle als Ergänzung

Wenn für einen weiteren Kratzbaum kein Platz ist, sind Kratzsäulen und Kratzwellen eine platzsparende Ergänzung. Einige Modelle lassen sich an die Wand montieren, und du kannst mehrere in der Wohnung verteilen, damit immer eine Kratzgelegenheit in Sichtweite ist. Mit Katzenminze wird eine Säule oft attraktiver. Wie die Bauformen zueinander stehen, steht im Artikel Kratzbrett.

Unsere Erfahrung mit einer Kratzwelle war gemischt: Leo machte einen Bogen darum, Clio schubberte nur daran. Die leichte Welle rutschte auf Laminat und Fliesen, und Katzen müssen sie mit einer Pfote festhalten, um mit der anderen zu kratzen. Setzt sich die Katze hinein, ist genug Gewicht drauf. Beobachte, ob deine Katze das annimmt.

Ein großer Kratzbaum für große Katzen

Bei großen Katzen zählt die Stabilität. Leo ist mit rund 9,5 Kilo ein sehr großer Kater, und eine wackelige Liegefläche oder die Sorge, dass der Baum beim Toben kippt, wäre für ihn das Schlimmste. Achte auf eine große Bodenplatte, dicke Sisalstämme und einen zusätzlichen Stamm unter der obersten Liegefläche. Hohe Höhlen und Tonnen mit mehreren Ebenen mögen unsere beiden, aber sehr enge Etagen sind für schwere Katzen ungeeignet. Bei uns war eine zu enge Höhle ein Grund, sie mit Decken und Karton zu sperren.

Kratzbaum richtig reinigen

Wie alles in der Wohnung, muss natürlich auch der Kratzbaum gereinigt werden. Da Katzen von Natur aus sehr saubere Tiere sind, musst Du Dich eigentlich nur mit den Katzenhaaren auseinandersetzen.

Insbesondere die Liegeflächen werden unserer Erfahrung nach regelmäßig mit jeder Menge Katzenhaaren versehen. Normalerweise reicht es aus, wenn Du den Kratzbaum regelmäßig (also so 1x pro Woche) absaugst. Bei kontinuierlicher Anwendung, lösen sich die Haare relativ gut, sodass die Liegeflächen anschließend wieder weitestgehend haarfrei sind.

Eine gründlichere Reinigung solltest Du insbesondere dann vornehmen, wenn Deine Wohnungskatze auf den Kratzbaum erbrochen hat. Manche Bezüge kann man einfach abnehmen, und entweder mit einem feuchten Lappen und etwas Spühlmittel reinigen oder direkt in die Waschmaschine legen.

Achte bitte darauf, keine stark riechenden Waschmittel zu nehmen. Auch den Geruch von Zitrone mögen Katzen gar nicht leiden. Zu viel falscher Duft könnte die Verweigerung des vorher heiß geliebten Kratzbaums bedeuten.

Besonders gründlich sollten alle Katzenmöbel gereinigt werden, wenn Du mit Flöhen bei Deinen Katzen zu kämpfen hast.

Leo

Geschrieben von Bastian Behrens

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns