Ratgeber

Umzug mit Katzen - Unsere Tipps für einen reibungslosen Ablauf

Bastian Behrens Aktualisiert am 26. September 2026 7 Min. Lesezeit
Umzug mit Katzen - Unsere Tipps für einen reibungslosen Ablauf

Was für viele Menschen ein toller Neuanfang ist, ist für unsere lieben Fellnasen großer Stress! Ein Umzug mit Katzen birgt jede Menge Gefahren und Risiken.

Auch bei uns ist es gerade soweit gewesen. Wir sind aus unserer Wohnung in eine neue Doppelhaushälfte gezogen und unsere beiden Fellnasen waren selbstverständlich mit dabei!

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Umzug bedeutet für Katzen großen Stress, plane ihn sorgfältig.
  • Leo und Clio wurden nervös, je leerer die Wohnung wurde, und verkrochen sich.
  • Bachblüten am Umzugstag halfen zur Beruhigung.
  • Katzen erst am Ende des Umzugs mitnehmen, am besten, wenn ihr das erste Mal im neuen Zuhause schlaft.
  • Pass auf, dass die Katzen nicht weglaufen, ein Zwischenumzug zu Bekannten bedeutet meist mehr Stress.

Unsere Erfahrungen, die uns teilweise selbst sehr überrascht haben, möchten wir natürlich teilen, damit auch Du davon profitieren kannst. Wir können nicht alle Empfehlungen komplett verallgemeinern, da ein Umzug mit Katzen sehr inviduell ablaufen kann. Auch die Reaktionen der Katzen auf die Umzugsphase und die neue Umgebung sind komplett individuell, sodass wir an dieser Stelle versuchen, auf mögliche Probleme aus unserer Sicht hinzuweisen. Diese müssen natürlich nicht immer und bei allen Katzen eintreten und haben selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit :)

Katzengerechte Einrichtung: In unseren Gedanken schon umgesetzt

In unseren Gedanken haben wir das Haus schon vollständig eingerichtet. Auf die eine Seite soll die neue Couch auf die andere Seite kommt ein schicker Kratzbaum…

In unseren Gedanken war quasi alles schon fertig und der Umzug mit unseren beiden Katzen bereits durchgeführt, aber diese Rechnung geht natürlich nicht ohne das Wohlwollen von Leo und Clio auf!

Die beiden haben sich über die Jahre an unsere Wohnung sowie an ihren Kratzbaum, ihre Schlafkissen und Kuscheldecken gewöhnt. Auch an den Geruch der Wohnung hatten sie sich selbstverständlich gewöhnt. Es wäre fatal jetzt das alles wegzuwerfen UND zudem die beiden aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen.

Deshalb wollten wir jetzt vor unserem Umzug mit Katzen mal die Fellnasen-Brille aufsetzen und den ganzen Prozess aus ihrer Sicht durchspielen. Welche Probleme wird es geben? Wie könnten wir diese Probleme vermeiden?

Transparenz für die Katzen ist beim Umzug wichtig

Die vielen Umzugskartons in unserer Wohnung wollten wir - so zumindest die ursprüngliche Planung - nach und nach packen. Wir wollten bewusst die Kartons im Raum stehen lassen, sodass Leo und Clio merken, dass dort nichts schlimmes drin ist.

Da wir den Luxus hatten, den Schlüssel des Hauses schon vorzeitig zu erhalten, konnten wir nach und nach einige Kartons ins Haus bringen. Es gab also eine Übergangsphase, in der die Einrichtung bereits umzog, wir selbst und unsere beiden Katzen jedoch weiterhin in der Wohnung übernachteten.

Um Leo und Clio Stress zu ersparen, sollten sie als letztes umziehen. Erst als alle Bauarbeiten beendet und auch alle Schränke etc. aufgebaut waren, wollten wir die erste Nacht im neuen Haus verbringen. Dies war dann natürlich auch der Zeitpunkt, wann unsere Katzen mit umziehen sollten und somit unser Umzug mit Katzen abgeschlossen sein sollte.

Das war für uns ganz wichtig. Wir wollten, dass unsere Wohnungskatzen ihr neues Revier direkt mit positiven Momenten verbinden und sich ganz langsam eingewöhnen können. Ohne, dass plötzlich ein lautes Geräusch von einer Bohrmaschine entsteht und ohne, dass im neuen Heim plötzlich fremde Menschen umher laufen, um Kartons von A nach B zu schleppen.

Wir hatten uns fest vorgenommen, am Tag des Umzugs viel Zeit mit Leo und Clio zu verbringen und ihnen ihr neues Zuhause ganz in Ruhe zu zeigen.

Doch irgendwie kam alles etwas anders

Nach und nach verschwand nun Karton für Karton aus der Wohnung. Je weniger Kartons und Möbel in der Wohnung verblieben, desto nervöser wurden unsere beiden Katzen. Leo & Clio spürten, dass etwas anders war und konnten es nicht wirklich einordnen.

Immer wenn wir mir einige Kartons aus der Wohnung gingen, versteckten sie sich sofort unter dem Bett - vermutlich war ihnen die Situation nicht wirklich geheuer und sie hatten Angst, dass wir zum Tierarzt fahren.

Damit die beiden nicht aus der Wohnung laufen konnten, mussten wir sehr gut aufpassen und die Wohnungstür nicht zu lange offen stehen lassen - hat aber wunderbar geklappt.

Hier solltest Du auf jeden Fall ein Augenmerk drauf legen, wenn Du mit vielen Helfern umziehst. Unter Umständen hilft es, die Katzen für ein paar Stunden in einem Zimmer (natürlich mit Katzenklo, Katzenfutter und ausreichend Wasser) einzusperren.

Auf Schnurrinchen.de haben wir den sehr guten Hinweis gelesen, dass man auch die Zimmertür abschließen sollte. Keine schlechte Idee! Dadurch wird verhindert, dass ein Helfer ausversehen die Tür öffnet und die Katzen rauslaufen können :)).

Der Tag des Umzugs mit unseren Katzen

Als dann der Tag des Umzugs gekommen und im Haus alles soweit vorbereitet war, gaben wir Leo und Clio direkt morgens ein paar Bachblüten zur Beruhigung. Anschließend wurden Kleiderschrank, Bett und Sofa aus der Wohnung in unser Haus gebracht.

Zu diesem Zeitpunkt wurden wir sehr überrascht von der Reaktion von Leo und Clio. Dadurch, dass die Wohnung nun beinahe leer war, fehlte ihnen jegliche Rückzugsmöglichkeit. Clio nutzte sogar das Waschbecken, um sich darin zu “verstecken”, während Leo sich seitlich einer Heizung hinkauerte. Herzzerreißend, die beiden so zu sehen.

Leider zog sich der Umzugstag ziemlich lange hin, sodass wir unsere beiden Kater erst abends mitnehmen konnten.

Ohne jegliche Möglichkeiten, sich noch zu verstecken, war es vergleichsweise einfach, beide in ihre Transportboxen zu bekommen.

Schon lange machten wir uns Gedanken, in welchem Raum wir die Transportboxen öffnen sollten. Was soll das erste sein, was unsere Katzen sehen? Wir haben uns für das Katzenklo entschieden. Ein strategisch sehr wichtiger Ort. Von dort aus sollten Leo und Clio das Haus erkunden und sich in ihrem neuen Revier ausbreiten.

Nach dem Umzug: So erkunden Katzen das neue Revier

Für Katzen, die stark auf Gerüche angewiesen sind, ist ein neues Zuhause besonders anstrengend. Du kannst es ihnen leichter machen:

  • Box im Raum mit Katzenklo öffnen: Wir haben die Transportboxen in dem Raum geöffnet, in dem das Katzenklo stand. So erkennen die Katzen den bekannten Geruch und wissen sofort, wo das Klo ist. Futter und Wasser standen im selben Raum, damit sie keine weiten Wege auf unbekanntem Terrain zurücklegen müssen.
  • Futter nicht wechseln: Je mehr Bekanntes deine Katze erkennt, desto schneller gewöhnt sie sich ein. Wechsle die Futtermarke nicht ausgerechnet zum Umzug.
  • Zeit lassen: Leo und Clio verkrochen sich im Flur zwischen Kartons und später unter dem Bett. Leo hat die erste Nacht sogar im Katzenklo verbracht. Wir haben sie nicht bedrängt und sind am nächsten Tag mit ihnen auf dem Arm durch jeden Raum gegangen. Erst nach drei Tagen kamen beide auch bei Tageslicht hervor.
  • Futter dort servieren, wo sie sich sicher fühlen: Ausnahmsweise stand das Futter bei uns unter dem Bett. Danach wagten sie sich im Schutz der Dämmerung auf Entdeckungstour.

Appetitlosigkeit direkt nach dem Umzug ist durch den Stress normal. Biete trotzdem immer wieder etwas an, gern auch Leckerlis, und sorge für frisches Wasser. Frisst eine Katze länger als einen Tag gar nichts oder trinkt sie nicht, sprich mit dem Tierarzt. Bei Freigängern gilt: In den ersten Wochen bleiben sie im Haus, bis sie das neue Revier als Zuhause erkennen.

Checkliste für den Umzug mit Katzen

Um während dem Umzug mit Katzen an alles zu denken, hat der Katzenschutzbund Essen eine Checkliste erstellt, darauf enthalten sind ein paar spannende und nützliche Punkte, die Du Dir ausdrucken kannst - damit im Stress auch wirklich nichts vergessen wird.

Unsere wichtigsten Punkte

  • Gute Vorbereitung ist wichtig, um Stress zu vermeiden
  • Pass während des Umzugs gut auf deine Katzen auf, damit sie nicht weglaufen können
  • Ein temporäres Umziehen, während der eigenen Umzugs, zu Bekannten führt aus unserer Sicht nur zu noch mehr Stress (außer Deine Katze ist das bereits gewohnt und kennt die Umgebung, in der sie zwischengeparkt wird, dann kann es sinnvoll sein)
  • Lass die Katzen erst am Ende des Umzugs umziehen, am besten genau dann, wenn du auch das erste Mal im neuen Zuhause schlaft
  • Gewohnte Gerüche / Decken / Katzenklo sollten auch in der neuen Umgebung bereits platziert werden, das erleichtert die Eingewöhnung
  • Laute Geräusche direkt nach dem Umzug der Katzen unbedingt vermeiden, das verschreckt sie und lässt die Eingewöhnung länger dauern

Ausblick: Was in den ersten Stunden im neuen Haus passierte und wer von unseren Wohnungskatzen der mutigere war, das erfährst Du in unserem nächsten Artikel.

Leo

Geschrieben von Bastian Behrens

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns